Die Vogelfütterung im Winter hat nicht nur in der Schweiz eine lange Tradition. Neben dem Aufhängen von Nistkästen ist sie wohl die beliebteste Form des Vogelschutzes. Doch kaum ein Thema wird unter Vogelbegeisterten so kontrovers diskutiert wie die Fütterung von Wildvögeln.
Ist Fütterung sinnvoll?
Eine Futterstelle bietet eine gute Gelegenheit, Vögel aus der Nähe zu beobachten und ermöglicht schöne Naturerlebnisse. Somit kann sie zum Türöffner für mehr Naturbewusstsein werden. In Zeiten mit Nahrungsmangel kann eine fachgerechte Zufütterung gewissen Kleinvögeln im Siedlungsbereich zudem das Überleben erleichtern.
Aus Sicht der Schweizerischen Vogelwarte und BirdLife Schweiz ist gegen die Winterfütterung von Kleinvögeln nichts einzuwenden, solange sie massvoll und fachgerecht erfolgt. Besonders wichtig ist, dass das Risiko minimiert wird, dass sich die Vögel gegenseitig mit Krankheiten anstecken. Für den Vogelschutz ist die Fütterung jedoch nicht notwendig.
Diejenigen Arten, die ein Futterhaus besuchen, sind in der Schweiz durchwegs nicht gefährdet und an die bei uns herrschenden Lebensbedingungen gut angepasst. Vögel seltener und gefährdeter Arten kommen kaum an die Futterstellen, da sie andere Ansprüche an ihre Nahrung oder an ihren Lebensraum haben. Auch reine Insektenfresser wie Schwalben profitieren nicht. Eine Zufütterung behebt die Probleme nicht, unter denen gefährdete Vogelarten leiden.
Möchte man sich für eine artenreiche Vogelwelt einsetzen, so gilt es, die Erhaltung von vielfältigen, intakten und insektenreichen Lebensräumen zu unterstützen. Zu den nachhaltigsten Massnahmen für Siedlungsvögel gehört ein vogelfreundlicher Garten. Darin finden verschiedenste Vogelarten das ganze Jahr über auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Nahrung, aber auch Brutplätze und Witterungsschutz.
Für weitere Infos, wie du Wildvögel richtig fütterst, findest du hier:
Vogelfütterung | BirdLife Schweiz/Suisse/Svizzera

Foto Rotkehlchen: NABU/CEWE/Rolf Müller
Foto Blaumeise: NABU/Mathias Schäf